Dienstag, 26. März 2013

Langfristig sind wir alle tot ...

Zitat von John Maynard Keynes
... und mental bereite ich mich auf den nächsten Crash vor. Till Schwalm hat zwar geschrieben, dass wir in Wirklichkeit bei einem mageren KBV der DAX-Werte von 0,9 sind, aber irgendwie geht mir das aktuelle Geschehen etwas zu schnell und deswegen habe ich kein wirklich gutes Gefühl, wenn ich in mein Depot schaue. Vielleicht bin ich einfach zu ängstlich und sollte euphorischer sein...
Aktuell beläuft sich meine Investitionsquote auf 85% (60% ist in Aktien und 25% in Gold / Silber).

Da stellt sich nun die Frage: Wann verkaufe ich die Aktien eines Unternehmens - immerhin gehe ich von einem Crash aus?
Das Thema ist gar nicht so einfach - selbst für jemanden der nicht "verliebt" ist in eine Position und das ganze eher rational sieht (beim Alphaform-Verkauf habe ich ziemlich unreflektiert gehandelt, aber dieser Blog soll mir helfen aus meinen Fehlern zu lernen). Trotzdem hoffe ich den ein oder anderen Kommentar anzuregen.

Buffett meint zwar, die ideale Haltedauer eines Unternehmensanteiles sei für immer, aber ich glaube da fehlt mir die Zeit und deswegen ist diese "Hilfe" für mich nicht wirklich hilfreich. Hier denke ich mir einfach zu oft, dass ich langfristig vermutlich tot sein werde.

Hier möchte ich mich nochmal ganz explizit vom Thema Market-Timing distanzieren. Ich versuche lediglich zu evaluieren, wann man sich von einer Aktie trennen sollte und welche fundamentalen Gründe dafür sprechen können.

Ich glaube, hier muss man den allgemeinen Zustand des Marktes betrachten. Am besten unterscheidet man in "normale" und "fallende" Märkte.

Normale Märkte

  • Aktie verkaufen, wenn der Grund wieso man die Aktie gekauft hat nicht mehr zutrifft
  • Aktie verkaufen, wenn das Preisziel erreicht wurde
  • Aktie verkaufen, wenn es bessere Möglichkeiten zur Kapital-Allokation gibt
  • Aktie verkaufen, wenn man die Aktie zu dem heutigen Preis nicht mehr kaufen würde
Obwohl das Wegfallen des Grundes wieso man eine Aktie gekauft hat, recht klar und einfach nachvollziehbar ist, ist - zumindest für mich - das Erreichen des Preiszieles so eine Sache. In der Regel errechne ich mir einen Korridor an Möglichkeiten, der ist aber oftmals so weit ist, dass hier eine "gute" Entscheidung schnell eine schlechte Entscheidung sein kann. Habe ich wirklich schon genug, wenn der untere Punkt des Korridors erreicht ist? War die anfängliche Kaufentscheidung falsch? Sollte ich meine Ansprüche

Dieser Punkt ist auch sehr interessant:
Aktie verkaufen, wenn man die Aktie zu dem heutigen Preis nicht mehr kaufen würde
und hier habe ich den ein oder anderen Kandidaten im Portfolio. Beispielsweise Amadeus Fire. Ein Unternehmensanteil stand schon bei 44€ und jetzt stehen sie wieder bei 41€. Das Geschäftsmodell und die Execution des Unternehmens ist immer noch exzellent, jedoch würde ich bei diesen Kennzahlen: ~15 KGV (Unternehmensdurchschnitt ist 25), ~6KBV, 10 EV/EBIT nicht mehr kaufen.

Meiner Ansicht nach ist das Unternehmen gut bewertet und ich würde es wie bereits erwähnt nicht mehr in mein Depot legen. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl hier schon am Ziel zu sein. Die Margen verbessern sich fortlaufend und das Unternehmen wächst ziemlich solide. Bei fast jeder Zahlenvorlage werden die Analysten-Meinungen geschlagen.

Fallende Märkte

Eine Frage ist in fallenden Märkten entscheidend: Wird unser Wirtschaftssystem weiterhin so funktionieren wie wir es kennen? Kann man die Frage mit Ja beantworten, dann gibt es jedenfalls keinen Grund einen Unternehmensanteil zu liquidieren und unter Wert zu verkaufen. Und damit meine ich absolut keinen Grund. Meistens wird hier nur aus Panik und Angst gehandelt. So ein Verhalten ist vermutlich schlechter als ein Handeln aus Gier.

Also ist hier mein Rat: einfach aussitzen und nicht im Panik-Modus verkaufen, denn longterm geben die fundamentalen Daten den Ton an.

Frage an meine informierten Leser

Welche Aktien stehen auf euer Liste für den nächsten Crash. Was würdet ihr gerne kaufen, ist aber noch zu teuer?

Viele Grüße, Chris

Sonntag, 24. Februar 2013

Kennzahlen-Sonntag: EV/EBIT

Was gibt das EV/EBIT an?
Wir haben uns den Enterprise Value (kurz: EV) und das EBIT angeschaut. Aus diesen 2 Zahlen lässt sich nun eine weitere Kennzahl bilden.

Und zwar das EV/EBIT!

Durch die Kennzahl EV/EBIT werden allen Vorteilen von EV und EBIT Rechnung getragen und man erhält eine deutlich bessere und nützlichere Kennzahl als das KGV.

Ein niedriges EV/EBIT kann auf eine Unterbewertung hindeuten - muss es aber nicht. Die errechnete Zahl muss relativ zu anderen Unternehmen gesehen werden.
Eindeutige Aussagen à la: EV/EBIT ist unter 10, also ist die Firma günstig, sind nicht zielführend.


Wie wird das EV/EBIT berechnet?
Als Beispiel wird der 9M Bericht von Amadeus Fire genommen und der Aktienkurs von 03.09.2012

180.960.000 € Marktwert des Eigenkapitals ( 34,80 € * 5.200.000 ausstehende Aktien)
./. 31.789.000 € Liquide Mittel
./. 136.000 € nicht operative Vermögensgegenstände
+ 3.914.000 € Marktwert des Fremdkapitals
+ ( -133.000 € ) Marktwert der Minderheitsanteile am Eigenkapital
= 152.816.000 € Enterprise Value

Das EBIT beträgt im 9M Bericht 16.821.000€ (die Zahl wird im 9M bericht direkt ausgewiesen)
Für das EV/EBIT sieht die Berechnung nun folgendermaßen aus:

Enterprise Value 152.816.000 € / EBIT 16.821.000€ = 9,08

Was sagt uns diese Kennziffer nun? 
Erstmal sagt sie uns, wie lange es dauert, bis wir unser eingesetztes Geld wieder sehen. Es dauert 9,08 Jahre bis sich das Investment in Amadeus Fire amortisiert hat.
Gleichzeitig gibt der Kehrwert dieser Zahl, wie beim KGV, die Rendite der Aktie an, die Marktteilnehmer, bei diesem Risiko, fordern. 1/9,08 = 11,013% p.a

Ist 11,013% p.a. ein guter Wert?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Hier sind noch diverse Faktoren von entscheidender Bedeutung, um darüber eine Aussage zu treffen. 

Da es sich das Investment nach 9,08 Jahren gelohnt hat, könnte man das Wertpapier mit einer 10-jährigen Staatsanleihe vergleichen. Diese risikofreie Staatsanleihe hat eine Rendite von 1,5730% . Die Annahme ist also, dass Amadeus Fire für sein erhöhtes Risiko ein Premium von 9,44% (11,013% - 1,573%) zahlen muss.

Nun könnte man weitere Daten erheben, die aufzeigen, ob ein Premium von knapp 10% gerechtfertigt ist für Amadeus Fire, oder ob es zu viel / zu wenig ist. 
Solche Daten wären z.B.: Renditen, Umsatzentwicklungen, Guidance-Berichte usw.

Dienstag, 19. Februar 2013

Auf der Suche nach gut und günstig! Iberdrola?

Quelle: www.iberdrola.com
Auf meiner Suche nach günstigen Aktien bin ich immer wieder im Energiesektor hängen geblieben. Hier sind die Aktien rein von den klassischen Bewertungskennziffern am "Günstigsten".
Günstig alleine ist mir nicht genug. Ich möchte günstig und gut haben. 

Nach Tesco - was mir immer noch sehr gut gefällt - habe ich mir Iberdrola (ISIN: ES0144580Y14) angeschaut und das möchte ich euch nicht vorenthalten! 

Wie immer freue ich mich über Kommentare.


Iberdrola ist, ähnlich wie E.ON und RWE ein Versorger und zählt mit seiner Marktkapitalisierung von knapp 24 Mrd. € nur zum "Mittelfeld" in Europa. 

Was immer wieder auffällt, ist, dass viele Energieversorger stark unter ihrem Buchwert notieren. Bei Iberdrola hat dieser Effekt bereits 2009 eingesetzt mit einem KBV von knapp 0,9. Aktuell wird das Unternehmen zu einem KBV von ~0,67 gehandelt.

Auf der anderen Seite stehen die Unternehmen ENI, EnBW und MVV Energie, die deutlich über ihrem Buchwert notieren. Ohne alle Geschäftsmodelle zu durchleuchten, hätte ich getippt, dass diese Unterbewertung mit dem Atomausstieg bzw. den "toten" Atommeiler zusammenhängt. Diese Theorie kann ich jedoch sofort widerlegen, da z.B. EnBW sehr stark vom Atomausstieg betroffen ist. So macht jede Theorie die mit dem Atomausstieg zusammenhängt keinen Sinn.
Weiter betrifft der Ausstieg auch nur Deutschland (ich weiß nicht, welche Bestrebungen zum Atomausstieg unsere europäischen Nachbarn treffen, aber ich nehme mal an: keine).

Der KBV Abfall ist bei Iberdrola, wie bereits erwähnt, seit 2009 zu beobachten. 

Falls hier jemand mehr Insight hat, als ich, dann bitte ich um einen Kommentar!


Bei Iberdrola spricht der KGV eine ähnliche Sprache und seit 2009 wird der Gewinn von Iberdrola immer schlechter bewertet.

Unternehmen werden oft abgestraft, wenn erwartet wird, dass die zukünftigen Gewinne fallen. Wie man der nächsten Grafik entnehmen kann, werden die Margen auch schlechter, jedoch wird hier auf einem relativ angenehmen Niveau "gejammert".



Was machen die Renditen
Versorger galten bis Fukushima als ziemlich sichere Anlagemöglichkeiten. Hohe Renditen und gute Cashflows haben Versorger über einen langen Zeitraum ausgemacht.

Inzwischen hat man nicht nur vor einem neuen Fukushima Angst, sondern auch vor weiteren regulatorischen Eingriffen.

Die russische Regierung hat bspw. Gazprom verboten die Preise für Gas zu stark anzuheben. Eine ähnliche Aktion könnte man sich ebenfalls aus Brüssel vorstellen und halte ich nicht für besonders unrealistisch. Besonders Versorger stehen ständig im Rampenlicht und damit auch im Fokus der EU-Regulierer.

Renditeseitig sieht Iberdrola nicht schlecht aus, bedenkt man, dass die Cashflows mit einer gewissen Stetigkeit fließen.

Thema Verschuldung

Im Hinterkopf sollte behalten werden, dass es sich um ein sehr kapitalintensives Geschäft handelt und Iberdrola ist bestens mit Eigenkapital ausgestattet. Während die Konkurrenten von 10% - 25% EK-Quote alles aufweisen, sieht das bei Iberdrola deutlich anders aus. Bis auf das Jahr 2008 wurde immer eine EK-Quote von deutlich über 30% erreicht.

Gerade in einem unsicheren Marktumfeld ist eine gute Eigenkapitalausstattung von Vorteil.  Auch ist es ein Teil der "neuen" strategischen Ausrichtung die Verschuldung zu senken und gleichzeitig die Profitabilität auf einem angenehmen Niveau zu behalten.

Ebenfalls sollte ein Blick auf die Umsatzentwicklung geworfen werden.
Bis auf einen Ausrutscher 2009 entwickeln sich die Umsätze sehr gut und man kann eine weitere Entwicklung nach Nord-Ost annehmen.

(Die 2012 Zahl habe ich mithilfe des 9M Reports geschätzt.)




Weiter zahlt Iberdrola eine sehr hohe Dividendenrendite. Aktuell liegt diese bei knapp 8% p.a.


Die Zahlen habe ich entweder von morningstar, aus dem 9M Bericht, reuters oder finanzen.net

Sonntag, 17. Februar 2013

Kennzahlen-Sonntag: EBIT und EBIT-Marge

Was gibt das EBIT an?
Das EBIT gibt die operative Leistung eines Unternehmens an. Beim EBIT spielen die Form der Finanzierung und die Steuerquote keine Rolle, da diese Effekte herausgerechnet werden. So wird gewährleistet, dass das Unternehmen A, mit Sitz in den USA und einem Fremdkapitalquote von 55%, mit dem Unternehmen B, mit Sitz in Deutschland und Fremdkapitalquote von 60% vergleichbar ist.

Würde man nur den Jahresüberschuss (und entsprechende Renditen) betrachten, dann sind hier Steuerquote und Zinslast (Form der Finanzierung) enthalten und die Unternehmen A und B wären nicht vergleichbar.

(EBIT heißt übrigens: Earnings before interest and taxes.)

Wie wird das EBIT berechnet?
Ich habe mir für die EBIT-Berechnung Amadeus Fire als Beispiel genommen (Grundlage ist der 9Monatsbericht 2012)
Quelle: AmadeusFire 9 Monatsbericht 2012

Der operative Ertrag von Amadeus Fire beträgt also TEUR 16.821€. Das Schema zur Berechnung ist eigentlich immer ähnlich. Merken muss man sich nur das Wort: Earnings BEFORE interest and taxes. Das ist natürlich nicht so wirklich wissenschaftlich, aber bisher hat diese Herangehensweise immer gepasst. Zum Teil - wie bei Amadeus Fire - ist der Bericht bereits entsprechend gestaltet. So kann man mehr oder weniger das EBIT aus dem Papier lesen.

Das EBIT alleine sagt jetzt noch nicht viel aus. Um die EBIT`s vergleichen zu können muss man sie ins Verhältnis zum Umsatz setzen. Das geschieht mit Hilfe der EBIT-Marge.

Die EBIT-Marge wird folgendermaßen berechnet:


Ein Beispiel
Amadeus Fire hat ein EBIT von TEUR 16.821€ und einen Umsatz i.H.v. TEUR 102.181€

TEUR 16.821€ *100 / TEUR 102.181€ = 16,46%


Jetzt wissen wir, dass das die EBIT-Marge 16,46% ist. Damit ist es nun möglich Amadeus Fire mit seinen Konkurrenten zu vergleichen, obwohl diese Unternehmen in einem anderen Land den Firmensitz haben und ein andere Finanzierungsstruktur aufweisen.

Weiter hat man so die Möglichkeit das Management zu Vergleichen. Hohe EBIT-Margen sind oftmals ein Indiz für eine Moat und ein gutes Management, wobei niedrige EBIT-Margen oftmals darauf hinweisen, dass es sich um ein umkämpftes Geschäft handelt.

Über Amadeus Fire findet ihr hier diverse weitere Artikel:
Artikel 1
Artikel 2
Artikel 3

Sonntag, 10. Februar 2013

Kennzahlen-Sonntag: Enterprise Value

Was gibt der Enterprise Value an?

Der Enterprise Value gibt den Marktwert des Eigen- und Fremdkapitals an. Der Grundgedanke dieses Ansatzes ist, dass man die gesamte Unternehmung kaufen müsste, damit alle künftigen Zahlungen vereinnahmt werden können und somit zu 100% dem Investor gehören.



Wie wird der Enterprise Value berechnet?
Die Formel für den EV sieht folgendermaßen aus:
So wird der Enterprise Value berechnet
Der Marktwert des Eigenkapitals kann ganz einfach berechnet werden, indem man die ausstehende Anzahl an Aktien mit dem Kurs der Aktien multipliziert (Marktkapitalisierung berechnen)

Die liquiden Mittel sind nach Definition im Handelsgesetzbuch: Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten und Bundesbankguthaben. Abziehen muss man sie deshalb, da man das Guthaben eigentlich direkt auszahlen, oder Kredite tilgen könnte.

Die nicht operativen Vermögensgegenstände sind in der Regel =  sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände + Finanzanlagen + sonstige langfristige Vermögensgegenstände. 

Für den Marktwert des Fremdkapitals kann i.d.R. der Buchwert angenommen werden. Bei strauchelnden Unternehmen macht es Sinn den Marktpreis zu nehmen. Das geht aber nur, wenn die Schulden in Form von Anleihen etc. über die Börse gehandelt werden und somit ein Marktpreis ermittelbar ist.
Wenn wir Zugriff auf die Informationen der kreditgebende Bank hätten, dann würde man wissen, ob bereits eine Abschreibung auf den Kredit erfolgt ist. Davon ist aber nicht auszugehen (außer man arbeitet in der Kreditabteilung oder Innen Revision der kreditgebenden Bank).

Der Marktwert der Minderheitsanteile am Eigenkapital sind sehr "tricky" zu ermitteln. Man kann zwar nachvollziehen, wo das zu bewertende Unternehmen überall beteiligt ist, jedoch fehlt bei GmbH`s und anderen nicht börsennotierten Unternehmen der wahre Wert des Eigenkapitals. Hier sollte mit einem angemessenen Kurs-Buchwert-Verhältnis multipliziert werden. Was jedoch angemessen ist, kann man so pauschal nicht sagen. Deswegen einfach den Buchwert nehmen.


Beispiel:
Hier nehme ich die Amadeus Fíre AG
Für die Berechnungen nehme ich die Daten aus dem Neunmonatsbericht 2012 und den Aktien Kurs vom 03.09.12
    180.960.000 € Marktwert des Eigenkapitals ( 34,80 € * 5.200.000 ausstehende Aktien)
./. 31.789.000 € Liquide Mittel
./. 136.000 € nicht operative Vermögensgegenstände
+ 3.914.000 € Marktwert des Fremdkapitals
+ ( -133.000 € ) Marktwert der Minderheitsanteile am Eigenkapital
= 152.816.000 € Enterprise Value 

Dieser Wert gibt uns nun an, was ein Investor bezahlen müsste, um das komplette Unternehmen zu bezahlen.

Sonntag, 3. Februar 2013

Kennzahlen-Sonntag: Eigenkapitalrendite

Was gibt die Eigenkapitalrendite an?
Die Eigenkapitalrendite gibt an, wie sich das eingesetzte Eigenkapital verzinst. Sie gibt also an, wie effizient das Eigenkapital "gearbeitet" hat. Als Anteilseigner legt man folglich einen hohen Wert auf diese Kennzahl.

Wie wird die Eigenkapitalrendite berechnet?
Um sie zu berechnen muss folgende Formel angewandt werden:



Also spielen 2 Werte eine Rolle bei der Berechnung der Eigenkapitalrendite. Einmal der Jahresüberschuss und das Eigenkapital aus dem Vor- und aktuellen Jahr. Durch das *100 kommt erhält man eine Prozentzahl.

Eine niedrige Eigenkapitalrendite kann auf einen schlechten Einsatz des Kapitals hinweisen. Weiter ist eine hohe Eigenkapitalrendite kein Indiz für die Qualität eines Unternehmens. 

Wenn man nur diese Kennzahl betrachtet, dann stößt man schnell auf diverse Probleme. Ein Problem ist der sogenannte Leverage-Effekt. Hier wird die Eigenkapitalrendite in die Höhe getrieben, indem Fremdkapital aufgenommen wird. 
Auf den Leverage-Effekt werde ich in einem anderen Artikel noch näher eingehen.

Ein Beispiel
die Siemens AG hatte 2012 einen Jahresüberschuss i.H.v Mio 7011€ und kommt auf eine Eigenkapitalrendite von 22,52%.
Was sagt dem Investor diese Kennzahl? Das sich das eingesetzte Eigenkapital mit 22,52% verzinst hat. Im Vergleich zu einem Sparbuch, mit 1%, sieht das ganz ordentlich aus.

Leider ist es nicht so einfach und die Eigenkapitalrendite ist nur eine von vielen Kennzahlen die herangezogen werden sollte, bevor man eine Aktie kauft.


Im Englischen wird die Eigenkapitalrendite Return on Equity genannt.

Quelle:


Sonntag, 27. Januar 2013

Tesco sollte man kaufen!

Quelle: tesco.com
Tesco wurde 1919 gegründet und ist primär ein Einzelhändler. Das Ursprungsland von Tesco ist England und hier wird noch gut 60% des Umsatzes erwirtschaftet. Als Gewinntreiber werden immer wieder die Ableger in Asien und Ost-Europa genannt.

Die Hauptanteilseigner sind neben Berkshire Hathaway (darauf werde ich später noch zu sprechen kommen) mit 5,08%, die Norges Bank mit 5% und BlackRock mit 4,96%.

Die Eigenkapitalquote ist nicht ungewöhnlich niedrig für einen Einzelhändler und wenn man hier einen Vergleich zu z.B. Carrefour herstellt, dann besteht ein sehr angenehmes EK-Polster (Whole Foods Market ist hier definitiv eine Ausnahme mit einer EKQ von ~70%.  Jedoch kann ich auch nicht sagen, ob das Geschäft so richtig vergleichbar ist). Wal-Mart bringt ähnliche EK-Quoten, wie Tesco, mit.

Umsatzmäßig finde ich den Konzern wirklich erstaunlich. Ich habe mir Geschäftsberichte seit 1998 angeschaut und bisher konnte Tesco es jedes Jahr schaffen den Umsatz zu steigern. Auch wenn keine wirklich extremen Steigerungen dabei waren, war es doch ein sehr stetiger Zuwachs bei den Umsätzen. Wal-Mart hat ähnlich, wenn nicht so gar bessere Umsatzwachstumsraten zu verbuchen und sieht in diesem Bereich deutlich attraktiver aus. Jetzt werden sich viele Fragen, wieso ich dann nicht Wal-Mart analysiert habe. Die Frage kann ich ganz einfach beantworten: Das Unternehmen ist einfach zu teuer. ( Und ich verspreche nur noch 1mal Wal-Mart anzusprechen. Dann war es das mit Wal-Mart ;) )

Die Ergebnis-Entwicklung von Tesco kann sich definitiv sehen lassen und beim Ergebniswachstum schneidet Wal-Mart sogar schlechter ab. Das die operativen Ergebnisse mit den Umsatzerlösen steigen würde ich mir mit dem Skaleneffekt erklären. Für mich deutet das auf ein sehr effizientes Unternehmen hin. Ressourcen werden gut eingesetzt und das Management macht hier wohl auch seinen Job.
Gleich vorneweg: Die Zahlen habe ich alle auf EBIT-Basis berechnet. Den entscheidenden Vorteil welchen ich für mich aus dieser Methode gezogen habe, ist das man das EBIT nicht so einfach beeinflussen kann, wie den Jahresüberschuss.
Außerdem hat man so die Möglichkeit Unternehmen, unabhängig von ihrer Finanzierung, Steuerlage oder ihrer Abschreibungsmodelle zu vergleichen und zu bewerten.

Für andere Bewerter, die den Jahresüberschuss gewählt haben heißt das: meine Renditen sind zu hoch. Das stimmt. Aber wegen einer hohen Rendite würde ich keine Aktie kaufen, sondern die Rendite überzeugt mich, dass das Geschäftsmodell funktioniert und eine gewisse Moat vorhanden ist. Diese Moat hindert andere Player daran in den Markt einzudringen und dem Unternehmen Marktanteile zu klauen. Diese Moat ist meiner Meinung nach vorhanden.

Vom KGV her ist Tesco deutlich unterhalb des 10 Jahres-Schnitts von knapp 16. Falls nochmal eine sehr gute KGV-Erklärung gewünscht wird, dann kann ich den Beitrag von Stefan Mohr nur wärmstens empfehlen. Zu finden ist der hier: KLICK

Die Gründe für diesen Abfall sind unter anderem eine Gewinnwarnung und das schwächelnde Wachstum in Asien. Vor kurzem gab es auch einen kleineren Skandal, als Pferde-DNA in irgendwelchen Hamburgern gefunden wurde. Das ist zwar sehr schlecht für Shareholder, aber in der Regel lernt das Management aus diesen Fehlern, damit künftig nicht mehr solche Probleme auftreten können.

Das selbe Bild ist beim Buchwert zu gewinnen. Der langfristige Durchschnitt liegt ~2,6 bei , wohingegen die aktuelle Bewertung etwa ~1,5 ist.

Natürlich gibt es keinen Beitrag von mir in dem ich nicht den Unternehmenswert berechne ;)

Assets 50781 mm GBP
./. Goodwill 3449 mm GBP
./. Intangibles 1169 mm GBP
= 46163 mm GBP
/ 8032 mm ausstehende Aktien
= 5,747 GBP / Aktie

Hier ist noch recht viel Luft zur aktuellen Bewertung an der Börse, aber ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass diese Vorgehensweise nicht ganz zielführend ist. Was ich jedoch interessant finde: Das Unternehmen hat in der 2012 Bilanz einen Wert in Höhe von 27701 mm GBP für seine Grundstücke und Gebäude angesetzt. Das ist meiner Meinung nach ein immenser Sicherheitspuffer, der verhindern wird, dass man mit der Investition in Tesco eine Bauchlandung machen wird.

Was bei Tesco definitiv ein riesen Vorteil ist, ist das sie auch Eigenmarken vertreiben. Hier sind die Margen nicht nur wesentlich höher, sondern man ist nicht auf die Produkte anderer Marken angewiesen und somit nicht nur ein Zwischenhändler, der mehr oder weniger einfach umgangen werden kann.

Dieses Phänomen sieht man inzwischen als Business Model vieler Internet-Start-Ups, die den großen Vorteil haben, dass sie den Zwischenhändler aus der Wertschöpfungskette ausschließen können und es somit schaffen deutlich profitabler zu arbeiten. Das bekannteste Beispiel ist hier vermutlich die Tee-Kampagne von Professor Faltin. Das Business Model ist hier, dass der Zwischenhändler umgangen wird und gleichzeitig gibt es nur große Packungen zu kaufen...

Natürlich sind die Produkte von Tesco sehr gut substituierbar, jedoch besteht hier schon ein riesiges Logistik-Netzwerk, welches nicht so einfach nachzuahmen ist. Weiter versucht Tesco sich ständig zu erneuern und die Leute sind einfach freundlich.

Bei meinem letzten England-Trip war ich in einem Tesco und die Dame an der Kasse war einfach nur freundlich, zuvorkommend und nett.

2011 hat Berkshire Hathaway knapp $ 1,7 Mrd investiert und damit einen Anteil von 3,6% an Tesco erworben. Als der Kurs eingebrochen ist hat Buffett nachgekauft und besitzt jetzt einen Anteil von 5,08% an dem Konzern. Damit hat er seinen durchschnittlichen Einkaufspreis gesenkt auf etwa 3,73 Pfund / Aktie.
Aktuell notiert die Aktie bei 3,56 Pfund.

Das Unternehmen bietet noch ziemlich viele Zusatzdienstleistungen an. Von einem Telekommunikationsanbieter bis hin zu einer Bank. An diesem Vorgehen ist die Möglichkeit des Cross- oder Upsells sehr schmackhaft. Kurzes Beispiel:
Wenn ein Kunde Babynahrung kauft, dann könnte für diesen Kunden auch ein Aktiensparen / Banksparvertrag o.Ä. interessant sein. Immerhin möchten gute Eltern für ihre Kinder vorsorgen, wenn das Kind mal studieren will. (Hier lassen sich noch ganz viele Szenarien bauen in denen so ein Vorgehen funktionieren könnte!)
Diesen enormen Vorteil haben viele andere Anbieter nicht und so eine Werbemaßnahme ist in der Regel nicht ganz günstig, wenn eine Bank Werbung in einem Einzelhändler schalten will.

Alles in allem gefällt mir das Geschäftsmodell von Tesco extrem gut und je mehr ich darüber nachdenke, desto besser finde ich es.

Wie es bei Tesco genau weiter geht, kann ich leider nicht sagen, aber auf wegen der aktuellen Bewertung, der vergangenen Entwicklung und dem tollen Geschäftsmodell ist die Aktie für mich ein Kauf.


Viele Grüße, Chris

Quelle:
http://www.tescoplc.com


WKN: 852647



ISIN: GB0008847096



Freitag, 25. Januar 2013

Sektkellerei Wachenheim die 2te

Ich habe bereits im Februar 2012 über die Sektkellerei Wachenheim einen Beitrag geschrieben. Hier bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass man die Aktie kaufen sollte. Inzwischen bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Aber dazu später mehr...

Im vergangenen Jahr ist die Aktie ganz ordentlich performed. Zwar deutlich unterhalb der Marktperfomance, jedoch ist es hier von Vorteil, dass viele Assets in der Bilanz stehen und somit ein gewisser Puffer vorhanden ist. 

Das Schloss-Wachenheim gehört immer noch zu den weltweit größten Sekt- und Schaumweinherstellern und das ganze wird abgerundet durch einen erweitertes Produktportfolio vor allem in den Bereichen Wein und Spirituosen.

Der Absatz an Erzeugnissen ist in Q1 um 5,2% zurück gegangen, wobei lediglich ein Umsatzrückgang in Höhe von 2,6% zu verbuchen war. Diese Differenz von 2,6% wird Preiserhöhungen geschuldet. 

Was mir weiterhin negativ auffällt ist, dass im Q1-Reporting eine Bestandserhöhung der fertigen Erzeugnisse zu sehen ist. Das wird ziemlich logisch mit einer Vor-Produktion für den Sommer erklärt.

Auch die Q1-Margen haben sich erheblich verschlechtert. Beispielsweise hat die EBITDA Marge einen Rückgang von 14,6% zu verkraften.

Das ganze führt zu einem EPS von 0,21€. Auf das Jahr hochgerechnet (ja, das ist total ungenau und sollte vermieden werden - ist mir auch klar) würde das einen EPS von 0,84€ bedeuten und bei einem aktuellen Kurs von 8,62€, wäre das ein KGV von 10,261. Wenn man bedenkt, dass ich im Februar 2012 einen 10-Jahres KGV von 10,74 ermittelt habe, dann ist hier nicht mehr viel Luft nach oben. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Hochrechnung fehlerhaft ist, dann kann es gut sein, dass das aktuelle  KGV schon deutlich über dem 10-Jahres KGV liegt.

Mir gefällt nicht, dass der Umsatz relativ stark konzentriert ist und das Unternehmen nur in 3 verschiedenen Regionen Umsätze generiert. Deutschland, Frankreich und Ostmitteleuropa. Die Diversifikation könnte natürlich besser sein...

Was mich definitiv positiv stimmt, ist wenn ich mir den Buchwert des Unternehmens anschaue und ihn auf das vorhandene Eigenkapital runterrechne. Das ist zwar auch keine sehr genaue Prognose, aber definitiv besser als ein Schuss ins Dunkle.

Vermögenswerte 315,963 Mio €
./. Immaterielles AV 79,358 Mio €
./. Minderheitenanteile 25,747
= 210,858 Mio €
ausstehende Aktien gibt es 7,92 Mio
die Eigenkapitalquote beträgt 44,754%
= 210,858/7,92 * 0,44754 = 11,91 €  pro Aktie

Würde also bedeuten, dass die Aktie hier etwa 28% Potential nach oben hat. Aber damit wir uns nicht auf solche vagen Ergebnisse stützen müssen, habe ich mir einen weiteren Punkt angeschaut.

Die EBIT-Marge beläuft sich auf 7,2%, und die EBITDA-Marge ist 9,7%. Nicht viel wenn man bedenkt, dass es das Unternehmen schon so lange gibt. Weiter sprechen solche Renditen nicht für eine moat. 

LVHM ist beispielsweise in seinem Sekt und Schaumweingeschäft (die verkaufen meinen Informationen nach nur Champagner - der Name Champagner ist geschützt auf die Anbauregion (Champagne in Frankreich) und sonst eigentlich nur ein Schaumwein) deutlich profitabler. Und mit deutlich meine ich deutlich. Natürlich hat LVHM ein größeres Markenportfolio und die Produkte sind allesamt Luxusgüter und eigentlich nicht so richtig vergleichbar.


Quelle: morningstar.com
Alles in allem habe ich eine geteilte Meinung über das Unternehmen. Der eine Teil sagt, dass das Unternehmen wahrscheinlich unterbewertet ist und aufwerten wird, der andere Teil von mir ist sich massiv unschlüssig, ob es nicht bessere Unternehmen gibt. Mit besseren Renditen und besseren Aussichten.

Was meint ihr dazu? Wäre die Sektkellerei Schloss Wachenheim eine Investition wert oder ist das Unternehmen keine gute Option?


Viele Grüße, Chris


Quelle:
Ein Q1-Reporting gibt es schon, da das GJ am 30. September endet ;)

Mittwoch, 23. Januar 2013

Alphaform und tschüss!

Heute hat Mr.Dax Alphaform in der aktuellen Focus-Money empfohlen.
Leider habe ich lediglich einen Foren-Beitrag von wallstreet-online gefunden. Die Aktie ist heute um fast 20% gestiegen und solche massiven Swings beunruhigen mich immer, sofern sie nicht fundamental begründet werden können. Hier kann es sich ganz klar nur um einen Push handeln.

Da ich das Unternehmen lediglich als Turnaround-Kandidaten gekauft und ich jetzt Angst vor einem massiven Kursverlust habe, werde ich meine Position in Alphaform liquidieren.

Wie ich am 1. Mai 2011 schon geschrieben habe, bin ich von einem Turnaround überzeugt und finde es schade, dass ich die Aktie jetzt verkaufen muss. Aber Herr Müller wird das sicher gewusst haben ;)

Ob der Turnaround bei Alphaform eingesetzt hat, kann ich nicht sagen. Es werden zwar schon positive EBIT`s erwirtschaftet, aber das, was man so ließt ist im Großen und Ganzen noch nicht sehr prickelnd.

Definitiv werde ich meine "Wann verkaufe ich eine Aktie"- Liste noch um den Punkt "Empfohlen von Dirk Müller" erweitern.

Quelle: finanzen.net


Finanzen.net - Prof für Alphaform

In diesem Sinne einen guten Abend.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Trading ist schlecht. Basta!


Petra Bork  / pixelio.de  
Mein erster Beitrag dieses Jahr und dann noch so eine harsche Aussage. Lange habe ich mir den Kopf um dieses Thema verdreht, aber mich doch entschieden diesen Post zu veröffentlichen.


Größter Nachteil den ein Trader nicht in vollem Umfang ausnutzen kann:
  • Zeitwert des Geldes
    • laut Albert Einstein das 8te Weltwunder (ob er das tatsächlich gesagt hat, ist nicht so ganz klar)
Weitere Nachteile
(einfach mal eine kleine Aufzählung)
  • Transaktionskosten fressen die Gewinne auf - langsam aber stetig
    • Hin- und Her macht Taschen leer
Wolfgang  / pixelio.de
  • Market Timing -> Da der Markt so informationsgetrieben ist, ist es unmöglich alle Informationen richtig zu antizipieren
  • Zitat Buffett: "Der dümmste Grund eine Aktie zu kaufen ist, weil der Kurs gestiegen ist."
  • Marktverwerfungen können nicht eingepreist werden -> Hierzu empfehle ich das Buch "Der schwarze Schwan" von Nassim Taleb
  • Trading funktioniert longterm einfach nicht -> Beleg durch diverse Studien
  • Die Finanztheorie sagt, dass es prinzipiell nicht möglich ist, auf längere Frist, den Markt zu schlagen -> Es gibt einige Ausnahmen (Walter Schloss, George Soros, Warren Buffett, weitere Hedge-Funds)
  • Wenn der Markt selbst bereits wüsste, wo er stehen müsste, dann würde er hier schon stehen
    • Wieso sollte man also selbst aus der Kurshistorie ablesen können, wie der Kurs verlaufen sollte
    • Zu dem Thema habe ich neulich in der Börsen-Zeitung ein Interview von Wolfgang Franz gelesen. Überschrift des Interviews war: "Bei Trendentwicklungen das Lineal anlegen kann jeder". Ging zwar um die Volkswirtschaftliche Entwicklung, aber das trifft hier ebenfalls zu.
  • Der Markt verhält sich einfach irrational
  • Der Grund wieso fast alle Banken und Broker Trading empfehlen, ist weil sie in diesem Segment Geld verdienen egal wie der Kunde abschneidet.
    -> Deutsche Bank
    -> Commerzbank
    -> BNP Paribas
    -> Goldman Sachs
    -> JP Morgan Chase
    -> UBS
    -> DAB Bank
    -> Flatex
    -> und wie sie alle heißen
  • Wenn Trading der Schlüssel zum Erfolg wäre, wieso teilen dann Banken und Broker ihre Tricks und vermutlichen Geheimnisse. Würden sie keinen Fehler machen wenn sie ein funktionierendes System der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen?
    • Sind Banken & Trader Heilige die möchten, dass alle Reich werden? Hat diese Gruppe ein wirkliches Interesse daran?
  • Andere fragwürdige Anbieter preisen irgendwelche Trading-Systeme an
    • Hier hatte ich eigentlich diverse Anbieter von Trading-Strategien. Die habe ich aber aus urheberrechtlichen Gründen nicht gepostet.
  • Allgemein kann man sagen, wenn sich etwas zu gut anhört um wahr zu sein, dann ist es wahrscheihnlich eine Lüge oder irgendwas ist faul an der Sache.
  • Man sollte sich immer vor Augen führen: "There is no such thing as a free lunch." - Das wusste schon der Nobelpreisgewinner Milton Friedman.
  • Zitat Buffett: "Einen Analysten zu fragen, ob man dieses Wertpapier kaufen sollte, ist wie wenn man einen Friseur fragt, ob man einen neuen Haarschnitt benötigt."
Wieso kann Value Investing funktionieren:
  • Man verfällt nicht so leicht in eine "Action Bias" - also zwanghaftes Handeln, weil man gierig ist und denkt, dass man etwas verpasst.
  • Der Markt ist nicht effizient.
  • Investoren handeln irrational.
  • Die Chancen langfristig besser als der Markt zu performen steigen, da man Transaktionskosten spart und der Zinseszinseffekt für den Anleger arbeitet.
    • Zu Var b): das Geld / der Überschuss wurde immer wieder angelegt, das bedeutet, dass man zu jeder Zeit zu 100% im Markt ist.
    • Jede Order kostet 10€ und es wurden insgesamt 16 Orders gemacht.
    • a) und b) erreichen immer 10% Rendite p.a.
    • Es wurde von einer Steuerquote von 25% ausgegangen.
    • Es geht hier lediglich um Kurssteigerungen - man könnte auch unterscheiden zwischen einem thesaurierenden Unternehmen und einem Unternehmen, welches jedes Jahr eine Ausschüttung der 10% vornimmt. Das wäre dann die Dividendenrendite
      • Da dieser Punkt oftmals nicht verstanden wird noch einmal:
        • a) Behält alle Gewinne ein und reinvestiert sie
        • b) Schüttet jedes Jahr einen Teil seiner Gewinne aus, wobei es immer zu einer Dividendenrendite von 10% p.a. kommt
        • letztendlich ist das relativ egal wie man das sieht (ich hab jetzt keine Freibeträge für das Unternehmen oder sonstige Freibeträge eingerechnet, weil das Bild auf diesem Weg verzerrt werden würde)
    • Je länger man die Zahlungsreihe vorsetzt, desto krasser wird die Differenz.
    • Hier der Link zum Excel-Sheet, damit jeder die Rechnung nachprüfen, bzw. nachvollziehen kann
  • Buffett hat in einem Shareholder Letter von 1992 gesagt: "Für eine Aktie wissentlich mehr als ihren kalkulierten Wert auszugeben - in der Hoffnung, dass diese bald für einen noch höheren Preis verkauft werden kann - sollte Spekulation genannt werden (die weder illegal, unmoralisch oder - aus unserer Sicht - finanziell nahrhaft ist).
  • Natürlich ist Value Investing nicht der "Heilige Gral", denn man kann auch ganz gerne daneben liegen mit dem Investment, aber es ist definitiv erfolgsversprechender als aktives Trading.
  • Langfristig orientieren sich Unternehmensbewertungen an ihrem ökonomischen / inneren Wert.

In diesem Sinne wünsche ich ein erfolgreiches Investment-Jahr und freue mich über eine rege Diskussion!

Mittwoch, 12. Dezember 2012

KSB AG - ein frühes Weihnachtsgeschenk?!

Die KSB AG kann auf eine 140-jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken. Produziert werden neben Armaturen auch Pumpen sowie dazugehörige Systeme für die Wasser/Abwasserwirtschaft, den Bergbau und die Energietechnik.
2011 hat der Konzernumsatz erstmals die 2 Mrd. € Grenze überschritten. Das Unternehmen gehört mit einem Weltmarkt-Anteil von 10% zu einem der führenden Pumpen- und Armaturenanbietern. Der Konzern ist in jedem Land vertreten und es stehen etwa 15.500 Mitarbeiter auf dem Lohnzettel.

Bilanz

Was hier (meiner Meinung nach) stark auffällt, ist die Tatsache, dass die Eigenkapitalquote mit 44% deutlich über dem Branchendurchschnitt, bei Maschinenbauern, liegt. Negativ fallen die kurzfristigen Schulden auf. Hier könnten sich Reibungspunkte ergeben, jedoch sprechen Eigenkapital und Ertragslage gegen Probleme bei der Finanzierung. Weiter haben Banken KSB Kontokorrent- und Avalkredite auf 959 Mio. € (Vorjahr 888 Mio. €) erhöht.

Ertragsentwicklung

Die Umsätze entwickeln sich bis auf einen kleinen Einbruch 2009 sehr vorteilhaft. Das zeigt zum einen, dass die Auftragsbücher voll sind und zum anderen, dass eine gewisse Grundnachfrage nach KSB-Produkten herrscht. Der 2009 Umsatz-Einbruch war lediglich 5% - andere Maschinenbauer haben, in diesem Zeitraum, einen Umsatzeinbruch zwischen 40% - 60% verbuchen dürfen. 

Das hängt vermutlich mit der Diversifizierung im Produktions- sowie Angebotsbereich zusammen, aber dazu später mehr. 
Umsatz- und Eigenkapitalrendite müssen sich nicht verstecken. Für einen Maschinenbauer sieht das sehr gut aus und bei dieser EK-Quote, kann man hier von einem starken Player ausgehen. 

Dem Segmentumsatz kann man entnehmen, dass die KSB AG 3 Ertragssäulen hat, mit denen sie Geld verdient. Jedoch ist das Pumpen-Geschäft mit fast 70% immer noch der wichtigste Zweig für die KSB AG. Armaturen und Service-Dienstleistungen machen jeweils nur 16% des Konzernumsatzes aus. Das Armaturen-Segment ist 2011 um 5,1% gestiegen und erreicht inzwischen ein Umsatzvolumen in Höhe von 360 Mio. €.
2011 ist der Konzernumsatz in allen Regionen gestiegen, jedoch hatten mehrere Süd-Europäische Tochtergesellschaften diverse Probleme. Die deutsche KSB AG hatte den größten Umsatzwachstum zu verbuchen. Dem Geschäftsbericht 2011 ist zu entnehmen, dass in Ost-Europa und Süd-Amerika neue Vertriebsstandorte eröffnet wurden.


Stämme oder Vorzüge?

Quelle: finanzen.net
schwarz = Stammaktien / blau = Vorzugsaktien
Die Frage lässt sich hier relativ einfach beantworten. Da es bei den Stammaktien erst mal keine Übernahme-Fantasie gibt (morgen kann das schon ganz anders aussehen) und ich nicht auf die Hauptversammlung gehen will, entscheide ich mich für die Vorzugsaktien. Die liefern zwar nur eine minimale Mehrrendite, laufen aber fast gleich wie die Stammaktien.

Jetzt steht die Frage im Raum, wieso es, bei den Stammaktien, keine Übernahme-Fantasie gibt. Dazu möchte ich gerne folgenden Grafik zeigen.
Die Klein-Pumpen GmbH gehört mehrheitlich der KSB-Stiftung, Stuttgart. Natürlich kann es immer passieren, dass sich hier etwas verändert und es zu einer Übernahme oder einem Zusammenschluss kommt. 
Halte es dennoch für sehr unwahrscheinlich. 

Problem

Etwa 5% des Konzernumsatzes machen Pumpen für Kernkraftwerke aus. Die aktuellen Vorhaben könnten wohl dafür sorgen, dass hier ein Teil wegfällt - zumindest in Europa. In China werden fleißig Atomreaktoren gebaut und hier wird wohl auch weiterhin Nachfrage bestehen.
(Der Punkt wird zwar nicht genauer erläutert, jedoch denke / glaube ich, dass hier die Pumpen für die Kühlbecken mit Wasser gemeint sind.)

Ein weiteres Risiko sind die steigenden Rohstoffpreise. Inwieweit die KSB AG in der Lage ist die erhöhten Rohstoffpreise auf ihre Kunden abzuwälzen kann ich leider nicht so richtig abschätzen. Die Grafik gibt jedoch einen Hinweis, dass es nicht in vollem Umfang möglich ist (dann müsste Umsatz und Materialaufwand mindestens linear verlaufen. Vorausgesetzt es wird kein Ausschuss produziert.)

Auch sind die Pensionsrückstellungen mit einem Wert von 257,7 Mio. € recht hoch und können zu Liquiditätsproblemen führen. Weiter ist die durschnittlich verbleibende Dienstzeit rund 13 Jahre. Hier eröffnet sich ein neues Problem. Die Belegschaft ist ziemlich alt und das kann zu Problemen führen

Seit einiger Zeit habe ich das Unternehmen schon auf meiner Watchlist und finde das Unternehmen sehr interessant.
Darum ist meine Berichterstattung vielleicht auch etwas zu positiv. Was meint ihr? Was habe ich vergessen? Was sollte definitiv in Betracht gezogen werden?

Quellen:


Viele Grüße,
Chris

Mittwoch, 21. November 2012

Habt ihr interessante Werte?

Gerd Altmann  / pixelio.de
Ich bin momentan schon länger auf der Suche nach einer "guten" Value-Aktie.
Leider werde ich einfach nicht fündig, da mir fast alle Aktien zu teuer erscheinen.

Vielleicht hat einer meiner Leser einen interessanten Tipp den es sich lohnen würde näher zu betrachten?!


Aktien folgender Unternehmen stehen aktuell auf meiner Watchlist:

Coca Cola Co
Sto AG
Microsoft Corp.
Rheinmetall AG
Esanelle Hair Group AG

Die Kriterien, wieso ihr mir die Aktie empfehlt, sind mir egal. Solange mir niemand erzählt, dass der Kurs die 200-Tages-Linie von unten nach oben durchbrochen hat, oder der Chart ein extrem bullisches Muster ausbildet...


Viele Grüße, Chris

Sonntag, 23. September 2012

Outperformen? So geht`s!

Obwohl ich das Video vor länger Zeit bereits gesehen habe, möchte ich das hier teilen.
In dem Video geht es darum, einen "Guru" einfach zu klonen. Also das alle Transaktionen bei Bekanntwerden antizipiert werden.



Das ganze ist natürlich kein neuer Ansatz, aber offensichtlich gibt es niemanden der es so macht.

Was haltet ihr von diesem Ansatz?

Donnerstag, 9. August 2012

Schlag den Markt: Hausaufgaben machen!

Value Investing Hausaufgaben
Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de
Ein wichtiger Punkt ist es, seine Hausaufgaben zu machen und nicht bei anderen abzuschreiben.

Damit ist natürlich gemeint, dass man sich zwar an anderer Stelle inspirieren lassen kann und dafür auch bereit sein soll, aber bevor Geld in die Hand genommen wird, sollte man sich im Klaren sein, wieso man dieses Unternehmen kaufen möchte.

Peter Lynch hat in seinem "One up on WallStreet" beschrieben, dass die meisten Menschen besser und mehr recherchieren, wenn sie einen Fernseher kaufen möchten, wie bei der Auswahl von Unternehmen. Da hat er völlig recht. Aber wie macht man seine Hausaufgaben richtig?

Informieren muss man sich regelmäßig über die eigenen Unternehmen und ebenso über fremde Unternehmen, die in das eigene Investitionsraster "reinfallen".

Man muss handeln wie ein Unternehmer!

Ganz gleich, wie investiert wird und welche Gründe für eine Investition sprechen! Im Hinterkopf muss immer die Botschaft schlummern: "Das ist mein Unternehmen!"

Das sollte bei den eigenen Unternehmen regelmäßig gecheckt werden:

  • besteht mein Kaufgrund immernoch?
  • gibt es Anzeichen, dass es vermutlich zu Änderungen kommt?
  • gibt es Veränderungen in der Bewertung? Positive wie auch negative Veränderungen!
  • würde es Sinn machen die aktuelle Position zu verändern?
Das sollte bei anderen Unternehmen beachtet werden:
  • ab welchem Preis ist Unternehmen XY interessant?
  • was müsste sich außer dem Preis ändern damit das Unternehmen ein Kauf wird
  • gibt es andere Unternehmen mit einer relevanten ökonomischen Moat, die interessant sind
Allgemein sollte beachtet werden:
  • welches Risiko kann ich persönlich noch tragen?


Investieren ist kein 5 Minuten Job, sondern ein stetiger und ständiger Prozess, an dem regelmäßig gefeilt werden muss und niemals beendet ist.

Sonntag, 5. August 2012

Ist ein KBV unter 1 immer gut?

Was sagt der Buchwert
Gerd Altmann  / pixelio.de
Ist ein KBV von unter 1 immer gut? Um das zu klären, sollten wir uns erst mal anschauen, was der KBV, oder  das Kurs-Buchwert-Verhältnis, überhaupt aussagt.
Beim KBV handelt es sich um eine Ratio, die das Verhältnis zwischen Marktwert der Aktie in Relation zum Buchwert, angibt.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis wird folgendermaßen berechnet:

KBV = Marktkapitalisierung / bewertbare Vermögenswerte - unbewertbare Vermögenswerte

(Unbewertbare Vermögenswerte sind Lizenzen, Firmenwert, Software etc. und bei bewertbaren Vermögenswerten handelt es sich um Sachanlagen, Gebäude etc)

Ein niedriges KBV kann bedeuten, dass das Unternehmen unterbewertet ist. Muss es aber nicht zwangsläufig, denn die bewertbaren Vermögensgegenstände könnten ebenfalls wertlos sein. Hier kommt es stark auf die Branche, die angeschaut werden soll, an.

Weiter muss beachtet werden, dass der KBV nur den bilanzielle ausgewiesenen Buchwert berücksichtigt, nicht jedoch stille Reserven. Leider ist durch das BilMoG dieses Theme nicht mehr so relevant, da für Aktiengesellschaften ein sogenanntes Wertaufholungsgebot gilt.

Die "klassische" Value- Investing Theorie besagt, dass je niedriger der KBV ist, desto günstiger ist das Unternehmen bewertet, weil man davon ausgeht, dass die Vermögensgegenstände durch die Abschreibungen bereits korrekt bewertet sind. Dies ist natürlich nicht immer so, da technischer Fortschritt oder Verschleiß von Sachanlagen nicht berücksichtigt werden. Bei der Abschreibung, in de Gewinn und Verlust- Rechnung, sind diese 2 Themen nicht berücksichtigt.

Weiter muss man unterscheiden zwischen einem niedrigen KBV eines Industrieunternehmens, wie Siemens, und dem KBV einer Deutschen Bank.

Bei einer Bank kommt es stark darauf an, um welche Vermögensgegenstände es sich handelt und wie werthaltig, diese sind. Das aktuelle KBV der Deutschen Bank ist beispielsweiße bei 0,43. Das bedeutet, dass die Differenz aus bewertbaren Vermögenswerten minus die unbewertbaren Vermögenswerten 2,326 mal so hoch ist wie die Marktkapitalisierung.

Das erscheint erstmal recht unterbewertet und das menschliche Gehirn sagt: "Kauf Deutsche Bank. Viel, schnell und sofort!".

Leider ist dem nicht so...

( Über mögliche Probleme, die Banken in Zukunft haben werden, werde ich nicht schreiben, aber hier sollte man Themen wie "Basel III, Transaktionssteuern, mögliche Gerichtsverfahren, weitere regulatorische Anforderungen" im Auge behalten. )

Banken über ein KBV zu bewerten ist schlicht nicht möglich, da die Vermögensgegenstände völlig anders eingesetzt werden und Banken anders wie Industrieunternehmen Vermögensgegenstände einsetzen und finanzieren.

Deshalb ist ein KBV unter 1 nicht immer gut und muss nicht zwangsläufig auf eine Unterbewertung hindeuten.

Ein weiteres Problem beim KBV sind Dienstleistungsunternehmen. Nehmen wir mal Amadeus Fire als Beispiel. Amadeus Fire hat einen KBV von ~4,6. Heißt das jetzt, dass das Unternehmen überbewertet ist?

Die Lösung liegt hier im Geschäftsmodell von Amadeus Fire. Sie haben kaum Vermögensgegenstände und brauchen eigentlich nur ein Büro mit Schreibtisch, Computer und Telefon. Mehr nicht...

Fazit:
Das KBV sagt erstmal gar nichts aus, nur in Verbindung mit der entsprechenden Branche und wie das Unternehmen operativ tätig ist, bekommt das KBV eine Aussagekraft. Sonst kann man es vergessen und es leitet den Investor nur in die Irre!


Freitag, 18. Mai 2012

Buffett auf Einkaufstour

Quelle: guardian.co.uk
Warren Buffett hat mit seinen 2 neuen Portfolio- Managern die Berkshire Depotpositionen leicht umgebaut. Gekauft wurden unter anderem General Motors, sowie Viacom Inc (B). Hinzugefügt wurden Bank of New York Mellon, Davita Inc, Liberty Media, WalMart, DirecTV, IBM und WellsFargo!

Bei den Zukäufen handelt es sich um "alte" Bekannte, die Buffett immer für gut befand. Hier ist der Beitrag zum Kauf von IBM zu finden. Die Zukäufe sind vermutlich mit den gefallenen Preisen für die Aktien zu erklären, wobei die Aussichten für die Unternehmen gleich geblieben sind, bzw. für Buffett der Preis die Gewinnaussichten gerechtfertigt hat.





General Motors












Was ich besonders interessant fände, wäre wieso Buffett sich für einen Kauf von General Motors, auch als GM bekannt, entschieden hat.
Immerhin ist das Autogeschäft hart umkämpft und es gibt sehr viele gute Spieler in diesem Markt. GM hat den Zahlen nach keine wirkliche "economic moat".



Quelle: finanzen.net



Besonders auffällig ist, dass GM einen sehr niedrigen KGV von gerade einmal ~4,6 hat und der KBV 1,2 ist. Das könnten 2 mögliche Gründe für Buffett gewesen sein, jedoch ist es nicht zu übersehen, dass Buffett`s letzte Käufe eher weniger auf "harten" Kennziffern, wie KGV / KBV / KCV beruht hat, sondern viel mehr einer herausragenden Stellung im Markt, der sogenannten "economic moat" (die Zahlen sind von Mornigstar).

Diese Stellung hat GM einfach nicht und als Deutscher würde ich sagen: "GM schraubt Schrott zusammen." Das letzte mal als ich in einem GM-Auto saß, dachte ich jemand hätte mich zurück in die 80er- Jahre geschickt (kein Witz).

Nicht nur das Design ist schlecht (das ist vollkommen Ansichtssache), sondern auch die Motoren sind schlecht und GM hat wohl noch mehr als die anderen Autobauer die "Grüne Zeit" verpasst. In puncto Hybrid oder niedriger Verbrauch hat GM einfach verschlafen und hechelt den anderen Automanufakturen nun hinterher.

Aber genug versucht den Kauf von GM zu rechtfertigen. Es gibt diverse Gründe, wieso GM nicht gekauft werden sollte:
  • Eigenkapitalquote von 35%
  • keine "economic moat"
  • wird / wurde vom Staat unterstützt
  • hat Opel am Bein (und Opel baut wirklich keine guten Autos, bzw. hat einen sehr schlechten Ruf)
Vieles spricht einfach nicht für einen "Buffett- Kauf" und wieder bin ich wie bei IBM negativ eingestellt. Was hier noch dazu kommt ist, dass die Produkte von GM nicht gut sind keinem normalen Menschen gefallen können (zumindest könnte ich es nicht verstehen).


Habe das Buch zwar noch nicht gelesen, aber ich habe schon vieles positives darüber gehört. Jeder der sich an Buffett`s Strategien "bereichern" will und mehr über den größten Investor aller Zeiten erfahren will, dem soll das Buch weiter bringen.

Link zum Buch (Affiliate Link)
 Warren Buffett: Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie


Viele Grüße, Chris

Sonntag, 29. April 2012

Kauf 3U AG

Wegen den hier genannten Gründen (Blogpost zur 3U AG) werde ich die Aktie heute meinem Musterdepot hinzufügen.

Kaufdatum: 29.04.2012
Kaufkurs: 0,818€
MoS: ~30%


Cheers, Chris

Net Net, oder doch nur falscher Alarm?! - 3U WKN: 516790

Seit längerem suche ich schon nach einer Aktie, die ich hier präsentieren kann, aber irgendwie bin ich nicht so richtig fündig geworden. Heute hat sich das geändert. Durch Zufall bin ich auf 3U gestoßen und möchte meine Erkenntnisse zum Unternehmen und der Aktie teilen.#


Quelle: handelsblatt.de
Erstmal zum Unternehmen selbst:

Das Unternehmen teilt sich in 3 Segmente auf. Telefonie, Services und Erneuerbare Energien. Diese Gliederung gibt es seit dem Jahre 2008 - hier gab es eine größere Umstrukturierung und die Ausrichtung des Geschäftsbetriebes wurde verändert. Ursprünglich war die 3U AG nur im Breitband/Faser-Geschäft tätig.

Wie die Aussichten des Unternehmens aussehen, kann natürlich niemand so genau sagen, aus diesem Grund bevorzuge ich einen Blick auf die Bilanz, um zu sehen, was wirklich da ist und womit gearbeitet werden kann. Es ist unsinnig mit erwarteten Cashflows oder Gewinnen zu rechnen und wenn man das macht, dann kommt man oft zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen fair bewertet ist, beziehungsweise man kommt zu dem selben Ergebnis wie ein Analyst eines sell-side Analyse-Hauses.


Die Gewinne, Umsätze, sowie Cashflows der 3U AG schwanken stark und sind nicht "gleichmäßig". So würde sich wahrscheinlich der Aktienkurs erklären lassen. Wenn man eine DCF- Analyse machen würde, und den Abzinsungsfaktor richtig wählt, dann ist dieser Kurs mit Sicherheit gerechtfertigt.
Weil Gewinne und Umsätze schwanken werde ich nicht näher auf Rentabilitätskennziffern eingehen, da das vermutlich irreführend wäre und kein richtiges Bild der 3U AG wiederspiegeln würde.


Jedenfalls habe ich mir die Bilanz angeschaut und glaube einen klassichen Graham Net-Net erkennen zu können.

Net-Net = Cash + kurzfristige Finanzanlagen + (0,75 * Forderungen) + (0,5 * Inventar) - Gesamte Verbindlichkeiten

Füllt man die Gleichung aus, erhält man einen Wert von 37,441 mn €.

Ergänzt man die Gleichung noch um den (0,5 * Sachanlagen), erhält man einen Wert von 45,52 mn €. Die Gesamte Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich auf 31,39 mn €.

Geht man von dem zweiten Wert aus, dann kommt man auf eine Sicherheitsmarge von mehr als 30%.

Pustekuchen werden sich manche Leser jetzt denken, jedoch sollte erwähnt werden, dass das Unternehmen 33,372 mn € in Cash hält, sowie 9,128 mn € in Finanzanlagen geparkt hat. Hier werden also keine faulen Vermögensgegenstände bewertet. sondern einzig und allein der Cash.

Was weiter positiv auffällt ist, dass die Mitglieder des Vorstandes 9.028.995 Aktien halten. Insgesamt werden 28,06% der Aktien durch Mitarbeiter der 3U AG gehalten. Weitere 10% hat das Unternehmen durch Aktienrückkäufe erworben. Auch ist die Ek-Quote mit knapp 80% sehr gut und deutet auf eine gute Finanzierung hin.


Weiter kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmen mit einer EKQ von 80% in naher Zukunft pleite gehen wird.

Mittwoch, 25. April 2012

Schlag den Markt: Vermeide angesagte Trends

In meiner neuen Artikelserie möchte ich regelmäßig über das ideale Mindset und die Einstellung, die man als erfolgreicher Investor benötigt, schreiben. Jedoch muss ich gleich sagen, dass man aus diesen Artikeln und Beiträgen auch immer meine eigene Sicht der Dinge erkennen kann. Die ist natürlich nicht für jeden geeignet.

Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

Regel - Meide angesagte Trends

Das Unternehmen hat einen coolen Namen? Ein völlig ausgeklügeltes Geschäftsmodell, die Historie ist überschaubar und geht nur einige Jahre in die Vergangenheit - und es gibt keine Vermögensgegenstände?

Dann gilt es diese Unternehmen zu meiden und einen weiten Bogen um es zu machen. Damit kann man Facebook, Groupon, Zynga meinen und ebenfalls einen Blick in Richtung Solar-Industrie werfen. Zuerst kam der Hype und dann der Fall vieler der Solarfirmen. Diese angesagten Firmen und Trends gab und gibt es immer wieder und regelmäßig verbrennen sich Anleger die Finger an diesen Firmen.

Das lässt sich ganz einfach dadurch erklären, dass diese Firmen in der Regel sehr niedrige Eintrittsbarrieren haben und die sogenannte Moat einfach zu gering ist beziehungsweise nicht am Ausbau einer geeigneten Moat interessiert sind.

Allgemein bin ich sehr skeptisch, wenn  zukünftige Cashflows oder Gewinne kaufen und es keine Assets gibt, bzw. keine lange Geschäftshistorie auf die das Unternehmen zurück blicken kann.

Dieser Denkansatz verbietet es natürlich, dass Unternehmen ohne Assets gekauft werden und mit großer Sicherheit geht hier der ein oder andere Two- Bagger (wie es Peter Lynch beschreiben würde) verloren, jedoch spart man sich einiges an grauen Haaren und lebt länger.


Heiße Branchen sind gefährlich und von einem Investment sollte abgesehen werden.



Grüße, Chris